Die Galerie HATSOV wurde im Jahre 1984 von Ermano Sanglieri und Friede Denk in Wien in ihrer ehemaligen Studentenwohnung gegründet und setzte sich von Anfang an mit  abseitigen Positionen der Gegenwartskunst auseinander und in Verbindung. Dadurch entstand innerhalb kurzer Zeit ein breites Spektrum an Exponaten und  internationale Aufmerksamkeit.
Nach Streitigkeiten mit dem Vermieter musste die Galerie HATSOV im Februar 2006 schließen; bis dahin liefen folgende u.a. Ausstellungen:

• Falland Weisigrich: Nekrophilia, 1986
• Bo Harris: Journey to the Escape, 1988
• Gruppenausstellung „Was ist NEU“, 1989
• Gruppenausstellung „Exhibition for the mindless people“, 1992
• Trons Eimer (vormals: Eberhard Glueklich): „liefert mich ein, ich bin“, 1997
• Pia Fleischlich, Sandor Ergöth, Morgan Hammersmith: "upcoming and perishing“, 1999
• Steve Amber: "ding und dinglichkeit", 2002
• Lawrence Ganser: „Vie@nam“, 2003
• 20 Jahre HATSOV, 2004
• Gruppenausstellung „sehnsucht“, 2005

Eine Neuorientierung brachte den revolutionären Gedanken ins Spiel, die Galerie nur noch online zu führen, sprich ganz auf den physisch bindenden Ort zu verzichten. Hochrangige Kuratoren arbeiteten hierzu Konzepte aus, letztlich wurde das des renommierten Art Designers Flap Henders genommen, was allerdings nicht den gewünschten Erfolg brachte. Die Zuschauerzahlen konnten nicht in die Virtualität mitgenommen werden, und neue Klickzahlen wurden kaum generiert. Die Künstler, längst arriviert im internationalen Kunstbetrieb, dankten es der Galerie HATSOV nicht, dass sie die erste war, die sie gezeigt hat, und wanderten ab. Ab 2009 musste der Betrieb ganz eingestellt werden.

Neuanfang?

Im Jahr 2017 kam unverhofft die Wende:

Aufgrund des regen Interesses, das der Concept Art Künstler Joseph Beuys jüngst wieder erfuhr, nicht nur dank des Dokumentarfilms "Beuys" von Andres Veiel, kündigte der ehemalige HATSOV-Mitarbeiter und -Aussteller Falland Weisigrich (s.o.) an, eine Retrospektive der Kunst seiner Studenten damals zu organisieren. Keine von ihnen erlangte je die Bekanntheit von Beuys, aber ihre Spuren in der Gegenwartskunst sind unübersehbar.

Der Kreis schließt sich, wenn man weiß, dass 1983 am selben Ort die erste Zusammenstellung dieser Werke in Wien stattfand. Und dies war auch der Ort, an dem sich Friede Denk und Ermano Sanglieri das erste Mal trafen.

So wurde die Ausstellung "Beuys Adepten" ein großer Erfolg. Zusätzliche Bedeutung erlangte sie durch die Tatsache, dass Dirk Egon Schaetzlers und Peter Obronis (zwei alten Weggefährten Beuys') alte Band morgen es wird schoen dort die Releaseparty ihres ersten Album feierte.

Dass der Galerie HATSOV die Ehre zuteil wurde, diese Ausstellung auszurichten, war nicht zuletzt den alten Kontakten in diese Szene zu verdanken. So spielte sie sich wieder in die Topliga der Wiener Galerien.

Hier ein paar Eindrücke:

Schild

das famose Schild über dem Eingang

4 Bilder

Dirk E. Schaetzler – "4 Bilder" (an der Wand)

mein Leben als Außenbekleidung

Reiner Rings – "mein Leben als Außenbekleidung" (oben und hinten am Fenster)

HATSOV draußen

Publikum vor der Tür in der Walfischgasse

[ohne titel]

Dirk E. Schaetzler – [ohne titel]

Klavier von morgen es wird schoen

das transparente Klavier von morgen es wird schoen

das internationale Buffet/ankommen

Wolfgang Gröbich – "das internationale Buffet" (vorne)
Lajos Démen – "ankommen" (hinten)

du sollst nicht

Christos Koussoupkis – "du sollst nicht"

Auftritt morgen es wird schoen